21.01.2019

Kinzigsee: Unseriöse Versprechungen der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative BIS versucht den Eindruck zu erwecken, dass durch die Verpachtung des Kinzigsees die Grund- und Gewerbesteuern in Langenselbold dauerhaft gesenkt werden. Steuersenkungen folgen jedoch nicht zwangsläufig auf die Verpachtung des Kinzigsees, denn über die Hebesätze der Steuern entscheiden die gewählten Parlamentarier

Im Zusammenhang mit dem Bürgerentscheid über die Verpachtung des Kinzigsees, der am 17. Februar 2019 durchgeführt werden soll, positioniert sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Langenselbold: Wir sind dafür, dass unser Kinzigsee im Einflussbereich der Stadt bleibt. Für uns Grüne hat die Gestaltungsmöglichkeit der Stadt eine sehr große Bedeutung, denn es geht vorrangig darum im Sinne der Bürger und nicht im Sinne eines Investors zu handeln.

Langenselbold hat durch die Lage am Autobahndreieck, einerseits den Vorteil der günstigen Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet, andererseits aber auch den Nachteil der großen Verkehrs­belastung auf den Autobahnen und den zahlreichen Zufahrtsstraßen. Hinzu kommt der Fluglärm!

Der Kinzigsee stellt angrenzend an das Naturschutzgebiet Kinzigaue, einen noch übrig-gebliebenen Naherholungsort für die Bürger der Stadt dar. Hier bietet der Ruhlsee in direkter Nachbarschaft einer großen Zahl von Zugvögeln einen Rast- und Brutplatz, der unbedingt schützenswert ist genau wie der Charakter und die Landschaft rund um den Kinzigsee. Wir sind der Meinung, dass die Stadt, die Nutzung und den Zugriff auf dieses Areal nicht aus den Händen geben darf. Schließlich gehört der See den Bürgern und eine interfraktionelle Arbeits­gruppe hat bereits Ideen für die Steigerung der Attraktivität des Strandbades ausgearbeitet.

Für uns Grüne stellt sich die Frage: Kann eine objektive Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt getroffen werden, wo weder ein Konzept, noch ein Geschäftsplan, noch transparente Informationen über die Konsequenzen, die eine Verpachtung mit sich bringen würden, vorliegen? Außerdem sollte die Bürgerinitiative erklären, wie es sich für einen Investor rechnet, wenn die Preise für die Strandbad-Nutzer unverändert bleiben, obwohl ihm erhebliche Kosten für Pacht, Modernisierung und Attraktivierung entstanden sind.

In Zeiten in denen große Flächen bebaut und eingezäunt werden, wo die Naturlandschaft durch die Veränderung nach der Nutzbarmachung durch den Menschen immer mehr eingeschränkt wird, wollen wir, dass der Kinzigsee für die unkonventionelle Freizeitgestaltung erhalten bleibt, statt profitbringend vermarktet zu werden.

Cornelia Hofacker

Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen in der Langenselbolder Stadtverordnetenversammlung

Langenselbold, den 13. Januar 2019

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